In die Röhre schauen

Es war soweit, ich war mal wieder beim MRT. Das ist das fünfte oder sechste MRT in den letzten zwei, drei Jahren, daher weiß ich ganz genau was dabei auf einen zukommt.

Da ich eine gute Stunde warten musste bevor ich in die Röhre schauen durfte, habe ich mitbekommen wie andere reagiert haben. Da kam eine raus, die rumgegröhlt hat wie schlimm das nicht war. Natürlich ist es nicht angenehm, aber manche Menschen stellen sich auch wirklich an…

Dann endlich werde ich weitergebeten und darf mich in der Kabine ausziehen. Bei mir inkludiert das auch das Entfernen all meiner Piercings und dauert daher ein paar Minuten länger. Höschen und T-Shirt darf man anbehalten (nachdem man den BH entfernt hat). Dann legt man sich auf die Liege, der Kopf wird in einem Gestell fixiert, auf die Ohren kommen Kopfhörer zum Schutz des unangenehmen Lärms. Da man die Brille auch abnehmen muss sehe ich auch überhaupt nichts mehr.

Der Arzthelfer, welcher wirklich überaus nett war, checkt schonmal die Venen an beiden Armen um zu sehen wo man den am besten den Zugang legen könnte. Ich warne ihn vor, dass ich „schwierige Venen“ hätte. Nach 3 Jahren Erfahrung im Zugang legen weiß ich das einfach. „Unser Herr Doktor macht das schon so lange, der schafft das“ entgegnet er mir gut gelaunt. „Wenn ich  jedesmal einen Euro bekommen würde, wenn ich das höre, hätte ich jetzt schon ne Menge Geld“ antworte ich ihm.

Dann schiebt er mich auch schon in die Röhre, ich halte die  Augen die ganze Zeit geschlossen und konzentriere mich nicht zu niesen. Mich begleitet schon seit ganzen 8 Wochen eine Grippe, die ich einfach nicht los werde (Immunsupression hallo!!). Nach ca. 15 Minuten holt man mich raus, ich spüre den Arzt an meinen Venen herumdrücken, dann piekst es auch schon. Als er anfängt die Nadel in meinem Arm unsanft hin- und herzubewgen und mit den Fingern oben draufdrückt weiß ich: er hat nicht getroffen. Die Nadel kommt wieder raus, er dreht den Arm herum und sucht eine bessere Stelle. Es piekst nochmal und nach  kurzem gefummel ist er in der Vene. Dann kommt das Konrastmittel, dass ich immer gut vertragen hab. Und ab gehts wieder zurück in die Röhre. Jetzt dauert es nicht mehr so lange, nichtmal 10 Minuten und ich bin fertig. Mein Ohr juckt die ganze Zeit, es kribbelt bis in den Hals. Aber bloß nicht bewegen. Nicht bewegen. Nicht bewegen.
Nachdem ich alles überstanden habe, wird der Zugang in meinem Arm auch wieder entfernt und ich darf mich anziehen. Nach 10 Minuten Wartezeit bekomme ich gleich die CD mit den MRT-Bildern ausgehändigt. Diese darf ich dann meiner Neurologin beim nächsten Mal mitbringen. Leider bekomme ich keinen geschriebenen Befund mehr, denn mit den Bildern alleine kann ich nichts anfangen.

Nichtsdestotrotz schiebe ich die CD zuhause in meinen Laptop und sehe mir fasziniert die Bilder meines Gehirns an. Schon beeindruckend was die Technik alles kann.

Jetzt muss ich nur noch bis Ende Januar warten bis ich einen hoffentlich aussagekräftigen Termin bei meiner neuen Neurologin habe. Beim ersten Termin hat sie ja nicht viel gesagt, sondern nur meine Vorbefunde studiert und mich eben zum MRT und zur Nervenleitgeschwindigkeitsmessung geschickt.

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