Fernsehen und Fernweh

Ich sehe gerade „Eat, Pray, Love“ im Fernsehen. Ausnahmsweise mal hab ich das Buch nicht schon gelesen wie sonst sehr oft bei Verfilmungen. Es spielt teilweise in Italien, also bisher zumindest… das erinnert mich daran wie sehr ich nochmal nach Italien will – nach Venedig, in die Toskana und nach Sizilien. Und wo ich sonst überall noch hin möchte auf der Welt… ich verspüre irgendwie einen innerlichen Stress, weil ich ja nicht weiß wie lange ich noch so uneingeschränkt reisen kann. Multiple Sklerose ist ja so eine fiese, unvorhersehbare Krankheit. Ich kann in 2 Jahren im Rollstuhl sitzen. Ich kann blind sein. Ich kann weiß-der-geier-was haben. Ich hab fast ständig Angst nichts mehr von der Welt zu sehen…. meine fotografische Karriere hat ja leider auch erst so spät begonnen. Nach der Diagnose sogar erst. Und ich möchte soviele Momente und Orte auf der Welt noch sehen und festhalten. Und ich habe Angst nichts mehr zu von dem zu sehen und zu schaffen was ich mir immer gewünscht und vorgenommen habe. Und ich habe das Gefühl, dass das niemand versteht… Abgesehen davon, gibt es ja nicht allzuviele Menschen, die Bescheid wissen. Meistens spreche ich nur mit meinem Freund und die Standardaussage ist immer „Du weißt ja nicht was kommt“ JA GENAU. Eben das stresst mich ja so. Und ich weiß echt auch überhaupt nicht wie ich damit umgehen soll… Und ich ärgere mich, dass ich nicht schön früher versucht habe soviel wie möglich von der Welt zu sehen. Aber solange man gesund ist, denkt man ja immer „das mach ich später noch“.

Verdammt, ich kann nichtmal einen guten Film im Fernsehen genießen…

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Ein Gedanke zu „Fernsehen und Fernweh

  1. Ich kann das sehr gut verstehen, dass dich diese Unsicherheit stresst. Ich hab auch ein großes Problem, Bandscheibenvorfälle in der HWS, tw. schon chronische Abnützungserscheinungen. Mein Arzt hat mir gestern eröffnet, dass man eigentlich 3 Segmente operieren müsste. Aber das versucht man möglichst zu vermeiden – O-Ton: „es geht eh meist gut aus“ – weil das schon ein sehr großer Eingriff ist und es die Wirbelsäule insgesamt ziemlich belastet. Auch wird man an diesen 3 Segmenten durch die Metallplatten, die eingesetzt werden, eher unbeweglich. Super Aussichten! Ich denke aber, kommt, was kommt, weil wenn ich mich jetzt verrückt mache, geht es mir nachher trotzdem nicht besser. Vielleicht klingt das jetzt belehrend, aber wenn du jetzt so große Ängste vor der Zukunft hast, kannst du ja nicht einmal die Gegenwart genießen, in der es dir noch gut geht, oder? Kannst du dir dazu nicht vielleicht Hilfe von außen holen?

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