Verzweifeln

Heute war ein schrecklicher Tag und das obwohl es quasi mein freier Tag war. Ich dachte, ich fahre in die Stadt und mache einen Einkaufsbummel bevor ich morgen nach Hause fliege. Ich war zwar auch wirklich kurz shoppen, aber dann hat mich die Lust verlassen. Weil das Wetter aber (endlich!) frühlingshaft schön ist, dachte ich, dass ich mich einfach in die Sonne setze und diese mit meinem Buch genieße. Aber überall waren soviele Menschen und ich fühle mich in letzter Zeit immer unsicherer, vor allem in Menschenmengen und wenn ich keine Kamera vor der Nase hab. Das klingt jetzt vielleicht bescheuert, aber mit der Kamera fühle ich mich sicher. Ich kann mich dahinter verstecken und auch meine eigene kleine Welt schaffen.

Aber ohne Kamera und ganz alleine in der großen Stadt habe ich mich so einsam gefühlt wie schon lange nicht mehr und deshalb hab ich mich ins Auto gesetzt und dort in der Tiefgarage mein Buch ausgelesen. Ich hatte nämlich noch ein wenig Zeit bevor ich zum Essen verabredet war und diese wollte ich mir vertreiben.

Ich weiß nicht was los ist mit mir, ich bin überhaupt nicht mehr ich selbst. Weder äußerlich noch innerlich. Ich sehe aus wie ein Schatten meiner selbst, habe ein wenig abgenommen, blasse und unreine Haut, struppige Haare, rote Augen… Ich hab das Gefühl alle starren mich an. Wahrscheinlich werde ich langsam paranoid. Und ich vermisse mein altes Leben.

Und es fällt mir zunehmend schwerer die fröhliche und professionelle Fassade aufrecht zu erhalten. Manchmal würd ich den Leuten einfach gerne sagen was los ist. Aber ich habe Angst, dass es meiner Karriere schadet und die Leute auch abschreckt. Es geht in Wahrheit ja auch niemanden was an. Aber ich würd gerne mit jemanden drüber sprechen, um mich nicht mehr so einsam zu fühlen mit dem ganzen Druck und den Problemen.

Heute wäre eigentlich die Spritze fällig, aber weil ich morgen Mittag zurückfliege hab ich das erstmal verschoben. Und ich kann heute schon an nichts andres denken. Und auch morgen werd ich an nichts andres denken können und geistesabwesend und ferngesteuert die Heimreise antreten. Die ganze Zeit hab ich im Hinterkopf, dass es morgen wieder soweit ist. Und dass ich dann wieder estmal zwei Tage ausfallen werde.

Im Moment bin ich echt am Verzweifeln.

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