Avonex – mein 4. Mal

Heute ist schon die fünfte Avonex Spritze fällig, dabei muss ich doch erstmal noch vom letzten Mal berichten.

Also, die vierte Spritze musste ich schon wieder on the road geben (komme mit meinem Job doch einiges rum). Zum Glück war mein Freund dabei, weil wir gemeinsam an einem Projekt gearbeitet haben bzw. er zufällig noch andre Aufträge in der Stadt hatte.

Nachdem ich einige Tage versucht habe jemanden bei meinem Neurolgen zu erreichen, der mir weiterhelfen kann habe ich am Montag noch mit meiner Neurologin telefoniert. Ich wollte eigentlich wissen wielange ich diesen Horror durchhalten soll bevor ich aufgebe. Sie hat mir geraten es mindestens 6-8 Wochen durchzuhalten, weil es eigentlich sehr wenige Patienten gibt die das Avonex nicht vertragen. Ich hab sie bei der Gelgenheit auch gebeten mir das neue Rezept zu schicken, denn ich hab extra Briefmarken da gelassen, damit ich nicht jeden Monat hinfahren und den Wisch abholen muss.

Als der Mittwoch Abend gekommen ist wurde mir plötzlich ganz übel. Ich hatte wirklich Bauchschmerzen und Übelkeit ohne Ende, ich dachte ich müsse mich gleich übergeben und hing schon über der Kloschüssel. Dann kam das Zittern dazu und zuerst dachte ich, dass es vom Abendessen beim miesen Spanier kam, aber es war wohl die Panik vor der Spritze. Wobei ich vor der Spritze selbst nicht soviel Angst habe wie vor dem was danach kommt.

Gut, es hilft ja nix… also meinen Freund wieder gebeten mir die Spritze zu geben was er auch getan hat. Wir haben diesmal besonders gut getroffen, denn soviel Blut kam da noch nie raus. Und es hat auch einen mächtig blauen Fleck hinterlassen, der heute eine Woche danach auch noch mehr als deutlich sichtbar ist.

Danach hab ich sehr schlecht und unruhig geschlafen, hatte wieder starke Schmerzen und Schüttelfrost. Am nächsten Morgen war ich dementsprechend wieder total fertig (und wurde auch wieder darauf angesprochen dass ich „total fertig“ aussehe – ohman!)

Alles in allem kann ich aber schon sagen, dass die Nebenwirkungen deutlich besser geworden sind und ich über die Woche gesehen weniger Ibuprofen brauche. Die Hoffnung stirbt zuletzt!!!

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3 Gedanken zu „Avonex – mein 4. Mal

  1. Ich (m, 26) hab auch vor mehreren Jahren die Diagnose auf MS erhalten und im Anschluss 1 1/2 Rebif 44 gespritzt. Irgendwann allerdings abgesetzt, weil ich es einfach nicht mehr konnte. Ich entwickelte mit der Zeit wirklich eine panische Angst vorm Spritzen, dass ich bis zu 2 Stunden in meinem Zimmer rumeierte, bis ich die Nadel endlich unter die Haut gejagt habe.

    Ich hab es dann aufgrund dessen auch abgesetzt und die folgenden 2 Jahre nichts genommen. Da ich vor kurzem in eine neue Stadt gezogen bin, um hier meinen Master zu machen, hab ich einen Neuro aufgesucht, welcher mich irgendwann überredet hat, ebenfalls Avonex zu nehmen.

    Heute wäre die erste Spritze in seiner Praxis fällig gewesen … und ich bin nicht hin, hab nicht mal angerufen. Konnte heute Nacht nicht mal eine Stunde trotz Schlaftablette schlafen, weil ich ständig an die Spritze denken musste.

    Ich hoffe wirklich für dich, dass du das solange wie möglich durchziehst, ich kenn die Nebenwirkungen der Interferone nur zu gut und weiß, dass es ganze Nächte rauben kann. Vielleicht kann ich aus deinem Blog aber genug Motivation schöpfen, wieder mit einer Basistherapie in Form von Avonex anzufangen.

    Ich wünsch dir nur das Beste für die BT.

  2. Liebe Leute, für jene, die wirklich eine Spritzenphobie entwickelt haben oder bei denen die Nebenwirkungen so extrem schlimm sind, steht derzeit schon ein „orales“ Medikament, also eine Pille, die man schluckt, zur Verfügung und mindestens ein weiteres wird voraussichtlich noch 2013 auf den Markt kommen, das sogar als Basistherapie eingesetzt werden wird. Wir sind also in der glücklichen Lage, dass sich niemand mehr unbedingt mit Spritzen quälen muss! 🙂

  3. Es stimmt, dass es eine orale Pille gibt, die wird – aber zumindest von meinen Ärzten – nicht einfach so verschrieben.

    Es gibt ja auch überhaupt keine Langzeiterfahrung damit während Interferon schon seit vielen Jahren im Einsatz ist.

    Diese Pillen sind aber leider auch keine Zauberpillen und haben exakt die gleichen Nebenwirkungen und können genau die gleichen Probleme hervorrufen wie die Spritzen. Das einzige, das wegfällt ist das Spritzen. Dann würde man eben eine Schluckphobie entwickeln, denn es ist nicht das Spritzen per se wovor ich die Panik habe (ich bin schließlich am halben Körpfer tätowiert und habe überhaupt keine Angst vor Spritzen) – es ist das was danach kommt. Und wenn ich jetzt weiß, dass ich nach der Einnahme der Tablette so leiden werde, dann werde ich höchstwahrscheinlich eine ziemliche Panik vor der Einnahme entwickeln.

    Bist du selbst betroffen und hast schonmal gespritzt und/oder besagte Medikamente genommen?

    Meiner Erfahrung nach reden alle einfach, die es selbst noch nie genommen haben – wie zum Beispiel auch meine Ärzte. Wenn man nur theoretisch davon hört oder darüber lernt hat das mit der Praxis eines Betroffenen herzlich wenig zu tun – LEIDER.

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