99 Problems but Avonex ain’t one

Kleiner Zwischenbericht und die Pointe vorweg: Es war die BESTE Entscheidung mit Avonex aufzuhören! Ich spritze nun bereits seit einigen Wochen nicht mehr und ich merke richtig wie sich mein Leben wieder verändert. Zum Besseren. Es wird langsam alles wieder wie in der Prä-Avonex-Zeit.

Ich habe wieder volle 7 Tagen in der Woche, ich muss nicht alles um den „Spritzen-Mittwoch“ herumplanen. Man glaubt das nicht, wenn man es noch nicht erlebt hat… aber so eine 7-Tage-Woche ist was Feines!

Meine Laune ist deutlich besser, ich fühl mich viel freier und unbeschwerter. So unbeschwert halt ein schwarzmalender Pessimist wie ich halt sein kann. Stellt euch jetzt einfach vor wie ich einen kleinen Happydance aufführe.

Körperlich ist alles besser, ich leide nicht mehr unter den Nebenwirkungen, Schmerzen, Angstzuständen und alles was da noch so dranhängt. UND: Ich nehme so gut wie gar keine Schmerzmittel mehr. Meine Nieren danken! Ich hab keine blauen und grünen Flecken mehr und meine Oberschenkelmuskel tun nicht mehr weh.

Falls sich jemand fragt: ich hab es nach Rücksprache mit einem Arzt gemacht. Naja. „Rücksprache“. Definitionssache.

Ich bin ja erst umgezogen und hatte hier noch keinen Neurologen. Also hab ich mir auf der DMSG mal angeschaut welche Ärzte so für meine Gegend empfohlen werden und bei drei angerufen. Nur einer hat mir einen halbwegs schnellen Termin gegeben und da bin ich dann hin. Es war ernüchternd.

Wartezeit war kurz, dann hat mich der Prof. Dr. persönlich in einem kargen Zimmerchen empfangen. Ich wollt mir schonmal die Schuhe ausziehen und mich auf die ach so lustige „neurologische Grunduntersuchung“ einstellen. Aber nichts da. Ich sollte einfach mal erzählen von meinem Werdegang. Auf meine Frage „Wieviel Zeit haben Sie?“ Meinte er trocken „Na so fünf Minuten kann ich mir schon nehmen.“ Wie ernst das gemeint war lasse ich jetzt mal dahingestellt. Ich hab in meiner wie immer eher wirren Erzählweise von der Diagnose, den Schüben, den Umzügen und Ärztewechseln und allem erzählt. Er hat sich Notizen gemacht und „Aha“ gesagt. Dann hab ich meine Probleme mit Avonex geschildert. Auf meine abschließende Frage „Und was soll ich jetzt machen?“ antwortet er ebenfalls furztrocken „Das müssen sie selbst entscheiden“. Herzlichen Dank fürs Gespräch.

Ich hab das Gefühl, dass man mit MS irgendwie immer auf sich allein gestellt ist mit Entscheidungen. Wenn einem nichtmal mehr ein Prof. Dr. in irgendeiner Form helfen, wer dann?

Aber zurück zum Thema: Avonex bin ich los. Wie es weitergehen soll weiß ich allerdings noch nicht. Ich weiß nur eines – zurück zu Avonex will ich NIE WIEDER!